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Gemeinde Grossaffoltern
Dorfstrasse 41
3257 Grossaffoltern

Tel. 032 389 08 80
Fax 032 389 14 55
verwaltung(at)grossaffoltern.ch


Öffnungszeiten:
Mo - Fr   07.30 - 12.00
Mo - Do  13.30 - 17.30
Fr            13.30 - 17.00

800 Jahre Grossaffoltern
 

Historischer Überblick

Der Name

Der Name Affoltern stammt ziemlich sicher vom Wort Aphul, was Apfel bedeutet. Wie fast überall brachten uns die Römer nebst Weintrauben auch diese Frucht in unsere Gegend. Aus der Zeit, als wir zum Gotteshaus Frienisberg gehörten, liess die Abtei bei uns Kernobst und besonders Apfelbäume pflanzen. Der Name wandelte sich im Laufe der Zeit von Affoltron (1216) in Gravin-Affoltere (1302) und dann zu Waldaffoltern (1577) bis schliesslich das heutige Grossaffoltern daraus wurde.

 

Erdgeschichtlich liegt unser Dorf auf einem Molassegebilde aus dem Tertiär, (vor ca. 65 Mio. Jahren, als sich der Jura und die Alpen falteten) bestehend aus Sandstein, Nagelfluh und Lehm.

 

Die ersten Spuren unserer Vorfahren finden wir in der

 

Jungsteinzeit: 5000-2000 v. Chr.

Einzelfunde mit unklaren Fundumständen; ein Beilhammer aus Serbentin, vier Steinbeile und zwei so genannte Schalensteine. Der eine, der früher auf der Höhe von Chaltebrünne stand, befindet sich jetzt im Dorfzentrum vor dem Garten des Bauernhauses Hauert. Der kleinere, ursprünglich auf der Höhe oberhalb Frienisberg, befindet sich heute in Kosthofen im Garten von Max Marti und lässt sieben sehr schöne Schalen erkennen. Die Bedeutung der Steine ist nicht klar.

 

Bronzezeit: 2000- 800 v. Chr.

Aus Kosthofen stammt ein schönes, dunkelgrün patiniertes Beil mit stark gerundeter Schneide. Zwei Beilklingen wurden in der Munimatt gefunden.

 

Eisenzeit: (Hallstattzeit) 800 - 60 v. Chr.

Im Aeschertenwald befinden sich 21 vermessene keltische Grabhügel. Auf dem gesamten Gemeindegebiet findet man total 45 solche Hügel, was der grössten Ansammlung weit und breit entspricht. Die Gräber messen ca. 10 x10 x3m. Ein 1947 geöffneter Hügel gab Zeugnis vom Brauch der Totenverbrennung.  Man fand 2 Armspangen, zwei schmale Bronzearmbänder mit Kreispunktmuster, einen Spiralring, zwei Bronzeringlein und ein Bronzekettchen. All dies befindet sich heute im Historischen Museum in Bern.

In Suberg bei Ruedi Frutig und im Brandholz befinden sich zwei Erdwerke mit Wall und Graben. Das bei Frutigs wurde auf Geheiss des Archäologischen Dienstes von dem darüber liegenden Deponieabfall befreit. (Pferdefuss dieser in den 70er Jahren durchgeführten Ausgrabung: Der Abfall landete in der Griengruebe Grossaffoltern, die vielleicht ebenfalls eines Tages wieder ausgehoben werden muss).

 

Römerzeit: 60 v. Chr. bis 400 n. Chr.

Im Jahre 58 v. Chr. verlassen die in unserem Gebiet lebenden Helvetier ihre Stammlande, verbrennen Häuser und Felder und ziehen gegen Westen. Sie wollen in Gallien neues, besseres Land in Besitz nehmen und stören mit dieser Absicht die Kreise von Gaius Julius Cäsar. Dieser lässt die Brücken über die Rhone abreissen und zwingt so die Helvetier zu einem Umweg über den Jura. In Bibrakte kommt es zur Entscheidungsschlacht und die Helvetier werden zur Rückkehr gezwungen. (Bibrakte liegt bei Autun, südwestlich von Besançon.)

Spuren der Römer werden im Sternenriedbodenwald, östlich von Chaltebrünne und in Kosthofen gefunden.

 

Mittelalter: 500 - 1500 n. Chr.

Aus der Zeit der Völkerwanderung im 5. und 6. Jahrhundert stammen die in einem Kieshügel in Kosthofen gefundenen Reihengräber mit teilweise erhaltenen Skeletten und Grabbeigaben. Darunter befinden sich auch germanische Kurzschwerter.

 

Im Jahre 1000 liegt das Bernbiet links und rechts der Aare im Grenzland zwischen Burgundern und Alemannen. 1082 taucht zum 1. Mal der Name Uethland auf. Dieser Name bedeutet Ödland oder Weideland. (Bezeichnung Oltigen) Die Zähringer, Gründer der Stadt Bern (1191), die das Oltigergebiet verwalten, siedeln Bauern aus dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alp hier an. Namen wie Ammerzwil, Bargen oder Bundkofen finden sich auch in Baden und Württemberg. Nach dem Aussterben der Zähringer kommt unser Gebiet 1218 unter die Herrschaft des Geschlechts der Kyburger. Grossaffoltern scheint schon vor der Gründung Aarbergs (1220) ein bekannter Ort gewesen zu sein, denn 1216 wird bereits ein gewisser Petrus, Meier zu Affoltern, urkundlich erwähnt. 1256 erscheinen im sog. Kyburger Urbar unter anderen die Orte Affoltron, Chozinhofen, Kaltenbrünnen und Amertswil.

 

1363 wird die Herrschaft Oltigen an Österreich verkauft.

 

1385 werden die Leute und die Herrschaft Oltigen von der Gräfin Anna von Kyburg wieder zurückgekauft.

 

Im Mai des Jahres 1410 erheben sich die Leute gegen Oltigen. Der damalige Herr Hugo von Mümpelgard (Montbeliard) wird dabei erschossen und seine Burg  zerstört. Hensli Schluep von Affolteren ist vermutlich der Anführer dieses Aufstands. Nach einer Besetzung der Grafschaft durch die Berner, kauft die Stadt das Gebiet vom Graf Konrad von Freiburg, Herr zu Neuenburg und Oltigen wird Bernische Vogtei.

 

Am 23. März 1413 kaufen sich 24 Familien von Affoltern für 1339 Gulden aus der Leibeigenschaft los. Endlich die Freiheit!

 

Oltigen bleibt bis 1483 Bernische Vogtei und gehört anschliessend zum Oberamt Aarberg.